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Wie lebt es sich im Energiesparwunder Passivhaus? Antworten auf
häufig gestellte Fragen zum Baustandard der Zukunft
Der
Passivhaus-Standard hat sich in Deutschland schnell verbreitet: Innerhalb
des letzten Jahres hat sich die Zahl der bewohnten Passivhäuser
verdreifacht, und auch in diesem Jahr wird dieselbe Steigerung erreicht:
Ende 2000 werden über 900 Wohneinheiten in Passivhaus-Standard bewohnt
sein. Passivhäuser sind wahre Energiesparwunder, denn sie werden
hauptsächlich "passiv" von der Sonne erwärmt. Sie benötigen
nur mehr ein Zehntel der Heizenergie des durchschnittlichen
Gebäudebestandes und können deshalb auf ein herkömmliches Heizsystem
verzichten. Umgerechnet in Heizöl verbraucht ein Passivhaus weniger als
1,5 Liter Quadratmeter Wohnfläche. Zu häufig gestellten Fragen will das
Passivhaus Institut, Darmstadt, hier Antworten geben:
Kann
ein Haus tatsächlich ohne Heizung funktionieren?
Die bereits bewohnten und auch gemessenen Passivhäuser beweisen es
eindeutig: Auch in unserem Klima ist es möglich, Häuser mit einem
derartig geringen Heizwärmebedarf zu bauen, dass eine minimale
Zulufterwärmung ausreicht, um das Haus auch im Winter behaglich warm zu
halten; Die Messergebnisse aus den Passivhaus-Siedlungen beweisen, dass
der Heizwärmebedarf schon im Voraus genau berechnet werden kann und dass
auch bei den unterschiedlichsten Nutzern der berechnete Bedarf im Mittel
bestätigt.
Sind
Passivhäuser nicht zu teuer?
Auch wenn es inzwischen schon Bauträger gibt, die Passivhäuser genauso
günstig wie konventionelle Häuser anbieten, so gilt doch im Allgemeinen,
dass die hohe Qualität der Passivhaus- Komponenten beim Bau für
Mehrkosten sorgt. Für bereits gebaute Passivhäuser wurden diese
Mehrkosten genau berechnet: Bei einem Reihenmittelhaus mit 100
Quadratmeter Wohnfläche in Hannover-Kronsberg lagen sie bei rund 15 000
Mark, bei einer Doppelhaushälfte in Nürnberg mit 130 m² Wfl. bei 25700
DM.
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Die
Energieeinsparung, die jährlich zwischen 1000 und 2000 DM ausmacht, sowie
steuerliche Vorteile (Öko-Zulage) und der Zinsvorteil durch die
Passivhaus Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau bewirken aber,
dass das Passivhaus im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude auf
Dauer die günstigere Lösung ist.
Darf
man im Passivhaus die Fenster öffnen?
Natürlich dürfen die Bewohner jederzeit die Fenster öffnen, sie müssen
es aber nicht, denn im Passivhaus kommt immer ausreichend Frischluft über
die Lüftungsanlage. Das hat viele Vorteile: Dank der Feinfilter bleiben
Schmutz und Pollen draußen, die Luftqualität im Haus ist immer
hervorragend. Im Winter sollten allerdings die Fenster nicht über
längere Zeit offen stehen, denn das führt - wie bei allen Häusern-
dazu, dass die Raumlufttemperatur spürbar abkühlt und der
Heizwärmeverbrauch ansteigt.
Häufig
gibt es Bedenken wegen der Lüftungsanlage: Wie steht es
mit
Bakterien, Geräuschen und spürbarem Luftzug?
Die Lüftungsanlage im Passivhaus ist eine Frischluftanlage und keine
Klimaanlage mit Umluftbetrieb, nur in letzterer können - bei schlechter
Wartung -Probleme mit Keimen entstehen. Geräusche durch Ventilatoren und
an den Luftventilen werden durch Schalldämpfer fast vollständig
absorbiert. Die Frischluft wird über Weitwurfdüsen so in den Raum
eingeworfen, dass sie zunächst an der Decke entlang streicht und dann den
Raum gleichmäßig und mit nicht wahrnehmbarer Geschwindigkeit
durchströmt.
Ist
das Passivhaus nicht ein kompliziertes High-Tech-Haus?
Das Passivhaus ist ein sehr gutmütiges und einfach zu bedienendes Haus.
Die Komfortlüftung hat weniger Schalter wie ein Fernseher! Das Passivhaus
bietet Technik zum Anfassen. So kann der jährliche Filterwechsel von den
Bewohnern selbst durchgeführt werden, hierfür muss kein Handwerker
geholt werden.
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