Quelle: Offenbacher

Wirtschaft 11/2002

IHK Offenbach am Main

 

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Freie Architektin

Eveline Jilg-Meiser

Friedensstraße 13 b

 

63533 Mainhausen

 

Fon  06182-89 72 18

Fax  06182-89 72 19

 

E-Mail: emeiser@aol.com

 

 

 

Passivbauweise bei Gewerbebauten

 

Gebäude (fast) ohne Heizkosten

 

Bei Wohngebäuden sind sie mittlerweile keine Seltenheit mehr. Immer mehr Bauwillige können sich für sie "erwärmen": Passivhäuser in denen ein komfortables Innenklima ohne aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem erreicht werden kann. Das Haus "heizt" und kühlt sich rein passiv, sozusagen von selbst. Industriell dimensionierte Lüftungsanlagen ermöglichen den Passivhaus-Effekt nun auch bei Gebäuden über ca. 200 qm. Die ersten Gewerbebauten sind bereits realisiert.

 

Voraussetzung für ein Passivhaus ist ein Jahresheizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m2a). Der wird nicht auf Kosten hoher zusätzlicher Verbräuche an anderen Energieträgern (z.B. Strom) erreicht.

Vielmehr darf der gesamte spezifische Primärenergiebedarf pro qm Wohnfläche in einem europäischen Passivhaus 120  kWh/(m2a) - für Raumheizung, Warmwasseraufbereitung und Stromverbrauch - nicht überschreiten. Dies bildet die Grundlage, den verbleibenden Energiebedarf komplett durch erneuerbare Energien decken zu können. Damit wird in einem Passivhaus weniger Energie verbraucht als in durchschnittlichen europäischen Neubauten allein an Strom und für die Warmwasseraufbereitung benötigt wird. Der gesamte Endenergieverbrauch eines Passivhauses ist um mindestens Faktor 4 geringer. Dieser
Effekt resultiert aus dem Zusammenspiel starker Wärmedämmung (an Wänden und Fenstern) und der Sonneneinstrahlung. Zudem werden interne und externe Energien genutzt.

 

Eine Bauweise, die sich rechnet

 

Interessant für die Controller in Gewerbebetrieben: Die kapitalisierten Gesamtkosten (Investitionen in das Gebäude einschließlich Planung und Haustechnik plus Betriebskosten über 30 Jahre)  sind bei Passivhäusern nicht höher als in einem durchschnittlichen Neubau. Im Gegenteil: Gegenwärtig wird die Passivbauweise kräftig aus öffentlichen Fördertöpfen unterstützt. 

 

 


 

 

Nomen est Omen: Das Passiv-Verwaltungsgebäude der
Firma pab (Recke)

 

Für Passivgebäude werden z.B. langfristige zinsgünstige Darlehen mit Festzinssätzen und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren gewährt, die in den ersten 10 Jahren ohne zusätzliche Kosten vorzeitig zurückgezahlt werden können. Die KfW oder das Bundesamt für Wirtschaft sind hier die richtigen Ansprechpartner. Und: zur Energieerzeugung eingesetzte Solaranlagen werden nicht nur bezuschusst, sondern liefern in vielen Fällen sogar Mehrenergie, die sich an das örtliche EVU verkaufen lässt. Wer heutzutage passiv bauen will, muß kein technisch perfektioniertes Einheits-Bausystem mehr hinnehmen. Immer mehr Anbieter arbeiten mit einem Netzwerk von regionalen Partner-Architekten zusammen, die sich mit den regionalen Gegebenheiten bestens auskennen, bauherren- und bauplatzbezogen planen und bauen können. Denn: Individuelle Unternehmensgebäude in Passivbauweise sind die Zukunft des Gewerbebaus.

 

 

Eveline Jilg-Meiser

Freie Architektin, Mainhausen

 

Quelle: Offenbacher Wirtschaft 11/2002

 

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