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Quelle:

Stiftung Warentest Spezial Energie

Ausgabe Juni 2008

Juni 2008

   

Diese Checkliste veröffentlichte Stiftung Warentest in der o.g. Ausgabe!

   

Gebäudehülle: Das A und O eines Passivhauses ist eine hochgedämmte Gebäudehülle, um die Wärmeverluste möglichst gering zu halten. Aus welchem Material die Wand gefertigt wird, richtet sich nach den Wünschen des Bauherrn. Allerdings beeinflusst das Material die Wandstärke, wie folgendes Beispiel anschaulich zeigt: Um einen typischen Passivhaus-U-Wert von 0,13 W/m²K zu erreichen, müsste eine Wand aus Normalbeton fast 16 Meter dick sein, aus Porenbeton 83 Zentimeter und eine Wand aus einem herkömmlichen Dämmstoff 30 Zentimeter.

Richtwert: Der U-Wert von Außenwand, Dachflächen und Bodenplatte sollte 0,15 W/m²K nicht überschreiten. Möglich sind heute bereits 0,1 W/m²K.

PAB Passivhaus erreicht U-Werte von 0,09 W/m²K.

Lüftung: Der Schlüssel zum Passivhaus ist die Lüftungsanlage mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung. Damit wird Wärme aus der Abluft in einem Wärmeübertrage zurückgewonnen und so die Zuluft temperiert – ohne dass sich die Luftströme vermischen. Die erwärmte Zuluft wird langsam im ganzen Gebäude verteilt. Häufig wird auch ein Erdwärmetauscher integriert.

Richtwert: Der so genannte Wärmebereitsstellungsgrad der Lüftungsanlage, das heißt, wie viel Wärme von der Abluft für die Zukunft zurückgewonnen wird, sollte mindestens 75 Prozent betragen, möglich sind heute 90 Prozent.

PAB Passivhaus kann einen Wert von 82 Prozent nachweisen.

Kompakte Bauform: Je kompakter ein Haus gebaut ist, desto geringer sind die Energieverluste. Am kompaktesten ist die Kugelform, bei Gebäuden ist die Iglu-Form sehr kompakt. Die Kompaktheit eines Hauses wird mit dem sogenannten A/V-Verhältnis angegeben. Das ist das Verhältnis von Außenfläche (A) zum Volumen des Gebäudes (V). Ein schlechtes A/V-Verhältnis kann aber durch dickere Dämmschichten ausgeglichen werden. Es ist deshalb nicht zwingend, ein Passivhaus in Würfelform und mit einem Pultdach zu bauen – allerdings wäre dies am besten.

Richtwert: Das A/V-Verhältnis für ein freistehendes Einfamilienhaus sollte 0,8 nicht überschreiten.

PAB Passivhaus erreicht Werte von ca. 0,7.

Solare Ausrichtung: In einem Passivhaus geht es nicht nur darum, Wärmeverluste möglichst zu reduzieren, sondern auch darum, passive Wärmegewinne möglichst zu erhöhen. Hier spielt die Sonnenenergie, die durch die Fenster von außen nach innen einstrahlt, eine entscheidende Rolle. Um möglichst viel passive Solarenergie zu ernten, haben Passivhäuser große Fenster nach Süden. Das beeinflusst auch die Grundrissplanung: In der Regel liegen Wohn- und Kinderzimmer nach Süden, untergeordnete Räume wie Bad und Schlafzimmer nach Norden oder Osten. Aber: Je großflächiger die Verglasung, desto eher wird der sommerliche Hitzschutz ein Thema. Das Passivhausprojektierungspaket bietet deshalb ein Verfahren zur Berechnung der sommerlichen Übertemperaturhäufigkeit von Gebäuden. Sie zeigt, an wie viel Tagen im Jahr die Temperatur im Haus über 25°C liegt.

Richtwert: Die Übertemperaturhäufigkeit sollte nicht über 10 Prozent liegen.

Bei PAB Passivhaus liegt die Übertemperaturhäufigkeit bei ca. 6 - 8 Prozent.

 

Wärmebrückenfreie Konstruktion: Wärmebrücken sind Bereiche in der Gebäudeaußenhülle, die nur schlecht gedämmt sind und an denen teuer erzeugte Energie von innen nach außen gelangt. Schwachstellen sind insbesondere herausragende Betonteile wie Balkone und die Dämmung nach außen (Bodenplatte). Mit der heutigen Bautechnik und cleveren Lösungen ist es möglich, praktisch wärmebrückenfrei zu bauen.

Richtwert: Die Anschlüsse, auch an Schwachpunkten, müssen so konstruiert sein, dass Wärmebrückenverlustkoeffizienten maximal 0,01 W/mK betragen.

PAB Passivhaus unterschreitet diesen Wert noch! 

Fenster: Ein Passivhaus braucht hochgedämmte Fenster und Türen. Die strengen U-Wert-Anforderungen können in der Regel nur eingehalten werden, wenn die Fenster eine Dreifachverglasung und einen hochwärmegedämmten Rahmen haben. Wichtig für Passivhaus-Fenster ist auch der g-Wert. Der g-Wert gibt den Anteil der einfallenden Sonneneinstrahlung an, der durch das Fensterglas in den Raum gelangt und damit auch zur Raumheizung beiträgt.

Richtwert: Der Gesamt-U-Wert für Verglasung und Rahmen darf 0,8 W/m²K nicht überschreiten. Neuentwicklungen erreichen heute sogar noch deutlich niedrigere Werte von 0,6 W/m²K. Der g-Wert für Passivhäuser sollte mindestens 50 Prozent betragen.

Die Fenster eines PAB Passivhauses haben einen U-Wert von 0,74 W/m²K und einen g-Wert von mindestens 50 Prozent.

Luftdichtigkeit: Die Außenhülle eines Gebäudes sollte möglichst luftdicht sein. Nur so lassen sich Bauschäden durch Wasserdampf vermeiden. Außerdem erhöht ein unkontrollierter Luftaustausch die Wärmeverluste. Für Passivhäuser gelten deshalb hohe Anforderungen.

Richtwert: Beim sogenannten Blower-Door-Test darf die Leckage durch unkontrollierte Fugen nicht höher sein als das 0,6-fache des eingeschlossenen Luftvolumens pro Stunden.

PAB Passivhaus erreicht durchschnittlich Werte beim Blower-Door-Test von 0,4.

Erdwärmetauscher: Die Frischluft kann über einen Erdreich-Wärmetauscher in das Haus geführt werden. Selbst an kalten Wintertagen wird die Luft so bis auf eine Temperatur von 5° C angewärmt, bevor sie ins Gebäude gelangt. Um Hygieneprobleme zu vermeiden, sollten Bauherren auf eine hohe Qualität des Systems achten, beispielsweise, dass sie mit hochwertigen Filtern an der Ansaugöffnung ausgestattet und mit Gefälle verlegt sind, damit Kondenswasser abfließen kann. Vermeiden sollten Hausbauer die von manchen Herstellern bevorzugten einfacheren Lösungen. Der Erdwärmetauscher ist für das Passivhaus nicht Pflicht.

Der Erdwärmetauscher kann bei einem PAB Passivhaus mit eingeplant werden.  

Solaranlage: Ebenfalls nicht Pflicht, aber eine sinnvolle Ergänzung ist die Erdwärmung des Brauchwassers mit regenerativen Energien. Erst wenn die Temperatur des Solarspeichers unter den Sollwert fällt, muss nachgeheizt werden. Die Aufgabe kann eine kleine Wärmepumpe oder auch ein kleiner Holzpelletofen übernehmen.

Bei einem PAB Passivhaus ist eine Solaranlage zur Unterstützung der Heizung im Preis enthalten.

 



 

 

 

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