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Prima Klima fast ganz
von selbst
Im Mühlweg entsteht eines von wenigen
Passivhäusern in der Region – Zuschüsse für Bauherren möglich
Niddatal-Assenheim (mm). Im Baugebiet
Mühlweg entsteht derzeit eines der wenigen Passivhäuser in der Region. Es
handelt sich um ein Wohnhaus in neuer Bauweise, in dem ein behagliches
Innenklima ohne aktive Heizung oder Klimaanlage erreicht wird – das Haus
„heizt“ und kühlt sich rein passiv, sozusagen wie von selbst.
Die Bauherren Inge und Andreas
Rummer entschieden sich für diese Bauweise nicht nur, weil dadurch die
Schadstoff-Emission auf ein Minimum reduziert werden, sondern vor allem
deshalb, weil sie in Zukunft fast 95 Prozent der Heiz- und Energiekosten
eines herkömmlichen Gebäudes einsparen können. „Wir haben uns aus
ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten für ein Passivhaus entschieden“,
betonte Andreas Rummer gegenüber der WZ.
In dem neuen Haus werde wenige Energie
verbraucht, als in durchschnittlichen Neubauten allein an Strom und für die
Warmwasserbereitung benötigt wird, erläutert Architektin Eveline
Jilg-Meiser das Projekt. Dieser Effekt resultiert aus dem Zusammenspiel
wirksamer Wärmedämmung und der Ausnutzung der Sonneneinstrahlung.
Jilg-Meiser: „Eine sehr gut gedämmte Wand und stark dämmende Fenster kommen
zum Einsatz. Zudem werden interne (Wärmerückgewinnung per Wärmepumpe) und
externe (Solarenergie) Energien genutzt.“ Das Gebäude nutze selbst im Winter
vorhandene Erdwärme über Wärmetauscher in einem Miniheizsystem. Eine
eingebaute Lüftungsanlage sorge für die gleichmäßige Wärmeverteilung. |
Damit sich das Bauwerk Passivhaus nennen darf, wurde es nach Fertigstellung
der Gebäudehülle zertifiziert und nach den Richtlinien des
Passivhaus-Institutes in Darmstadt einem so genannten „Blower–Door–Test“
unterzogen, der selbst die geringste Undichtigkeit feststellen soll. Um die
vollständige Dichtigkeit in der Heizperiode (Fensteröffnen und Lüften sollen
ganz „normal“ möglich sein) garantieren zu können, ist spezielles Know-How
von der Planung bis hin zur Fertigung gefragt mit dem weiteren Vorteil,
einer enorm kurzen Aufbauzeit von nur wenigen Tagen.
Dabei brauchte das Ehepaar Rummer keineswegs auf einen individuellen Entwurf
zu verzichten. Passiv bauen heißt nicht, ein technisch perfektioniertes
Einheits-Bausystem hinnehmen zu müssen. Im Gegenteil: Die Architektin plante
das neue Heim individuell – abgestimmt auf die Wünsche der Bauherrn und die
örtlichen Gegebenheiten.
Separate, nach Süden orientierte Kinderzimmer, ein lichtdurchfluteter
Wohnbereich mit Essdiele und offener Küche samt angeschlossenem
Hausarbeitsraum und eigenem Büro zeichnen die Planung aus. Terrasse und
Garten in Südwestlage sowie ein Carport sollen das schmucke Eigenheim
vervollständigen.
Die Passivbauweise wird nach Angaben der Architektin derzeit kräftig aus
öffentlichen Fördertöpfen unterstützt. „Für Passivgebäude werden langfristig
zinsgünstige Darlehen mit Festzinssätzen und bis zu drei tilgungsfreien
Anlaufjahren gewährt, die in den ersten zehn Jahren ohne zusätzliche Kosten
vorzeitig zurückgezahlt werden können“, so Jilg-Meiser. KfW oder das
Bundesamt für Wirtschaft seien die richtigen Ansprechpartner. Und: Zur
Energieerzeugung eingesetzte Solaranlagen würden nicht nur bezuschusst,
sondern lieferten im Einzelfall sogar Mehrenergie, die sich an den
öffentlichen Stromversorger verkaufen lasse. |