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Quelle: Westhavelländer Zeitung - 12.10.2001
Warm wird´s fast von allein
Bis zu 90 Prozent Heizkosten weniger: Öko Hausbau
bietet Passivhaus an
Rathenow
- Es wird kalt. Wohl dem, der zu günstigen Preisen seine Brennstoffe
kauft. Ganz ohne Wärme aus Öl, Kohle oder Gas kommt das
"Passivhaus" aus. Denn es ist dadurch definiert, dass nur ganz
wenig geheizt werden muss. In den Vorschriften steht, dass ein
Passivhaus nur maximal 15 kW Wärme pro Quadratmeter und Jahr benötigen
darf. Bei einem 100 qm Eigenheim käme z.B. für ein ganzes Jahr der
zutiefst moderate Heizölverbrauch von 150 l heraus. Anbieter von
Passivhäusern argumentieren gerne so: "Sie sparen Heizkosten bis
zu 90 Prozent!" Die Öko Hausbau GmbH, Sitz Forststraße 48 A, hat
sich - wie der Name schon sagt - dem umweltfreundlichen Bauen
verschrieben. Jetzt bietet die Firma mehr als bisher den Bau von
Passivhäusern an. "Im Sommer ist die Preisentwicklung auf so einem
Niveau angekommen", erklärt der Öko - Hausbau - Geschäftsführer
Gerd Lenkeit, "dass wir unsere Passivhäuser zu guten Konditionen
anbieten können." Die Förderbedingungen seien sehr günstig, der
Kapitaldienst erschwinglich. Zunächst noch dies: Aus einem bereits
stehenden Haus lässt sich durch bauliche Veränderungen kein Passivhaus
machen. Wer eines haben will, muss es neu bauen lassen. Und die Öko
Hausbau GmbH ist weit und breit die einzige Firma hier, die das
anbietet. Weshalb also sollte aus Sicht des Geschäftsführers jemand
ein solches Haus errichten? "Ein sehr gesundes, deutlich
verbessertes Raumklima", antwortete Gerd Lenkeit da überraschend
und lässt erst dann den Tipp mit der Heizkostenersparnis folgen.
"Es findet ein kontinuierlicher Luftwechsel statt", erklärt
der Öko - Haus - Chef, "für Allergiker sehr interessant."
Lüften durchs Fenster ist natürlich möglich, aber überhaupt nicht
nötig. Es "verdirbt" außerdem die glänzende
Wärmebilanz. Denn dass das Passivhaus so wenig Heizenergie verbraucht,
wird durch die nachgewiesene, wärmebrückenfreie und hochgedämmte
Bauweise erreicht. Mit bis zu 2000 m Spezialklebeband pro Eigenheim
werden die Ritze/Fugen dicht gemacht. Jedes herkömmliche Haus würde
bei diesem Verfahren zu einer Schimmelbüchse mutieren. Das Passivhaus
wirkt dem durch die beschriebene kontrollierte Lüftung, man sollte
vielleicht besser sagen Klimatisierung, entgegen. Und diese Lüftung
dient auch als Heizung (Wärmerückgewinnung). Dem kühlen Rechner
versichert Gerd Lenkeit, der minimale Wärmebedarf werde nicht durch
mehr Elektroenergie für den Lüfter erkauft. Aber wer das genau wissen
will, muss den Fachmann fragen. Wo die Wärme dann herkommt, wollen Sie
immer noch wissen? Solare Wärmegewinne durch die nach Süden
ausgerichteten großen Fensterflächen und Erdwärme. Die
Warmwasserbereitung wird mit Sonnenkollektoren erreicht. Außerdem wird
die Wärme der elektrischen Geräte "eingefangen", umgewandelt
und in die gute Stube wieder abgegeben. Sogar der Mensch gibt Wärme ab,
und das Passivhaus lässt selbst diese Reserve nicht ungenutzt. bg
Text: Westhavelländer Zeitung - 12.10.2001
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